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Die Täter werden immer jünger

Posted in Deutschland, Gesellschaft by Ramona on 4. Februar 2010

Am Dienstagabend ist ein 20-jähriger grundlos von einer Gruppe Kinder und Jagendlicher in der U-Bahn in Berlin-Moabit verprügelten worden. Anschließend ging einer der Schläger mit einem Messer auf den jungen Mann los, der sich nur mit Pfefferspray aus der Situation retten konnte.

Erschreckend ist nicht nur die Tat, sondern vor allem das Alter der Verdächtigen. Sechs der acht Jungen sind zwischen elf und 13 Jahre alt. Von den übrigen beiden 14-Jährigen ist einer dem Kommissariat für Jugendgewalt schon lange als Intensivtäter bekannt. Den zwei Jugendlichen steht nun ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung bevor. Die sechs Kinder sind jedoch nach dem Gesetz noch nicht strafmündig und mussten laufen gelassen werden. Das Verfahren wird von der Staatsanwaltschaft automatisch eingestellt.

Mein Eindruck ist dass man sich kaum für dieses Phänomen in unserer Gesellschaft interessiert bzw. nach Lösungen sucht.

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7 Antworten

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  1. Andre Chilcott said, on 4. Februar 2010 at 21:39

    Zu meiner Einordnungsfähigkeit in vorgegebene Schemata:
    Schon damals (’89) ordnete ich mich ungern ‚richtig‘ ein. Unfreiwillig wurde ich Montagsdemonstrant, denn ich wollte Sport treiben und die Ringerhalle dafür war im Volkspolizeirevier Mitte der Stadt Leipzig untergebracht (Dynamo Leipzig).
    100-200 Meter von jener Nikoleikirche entfernt, in der die Proteste scheinbar organisiert worden sind. Ich wollte nicht mit der Masse “Wir sind ein Volk‘ oder ‚Deutschland einig Vaterland‘ brüllen.
    Also entfaltete ich mich, indem ich mit der flachen Hand gegen ein Verkehrsschild schlug, um mir dann schnell die Hände an den Kopf zu halten und Schmerzensschreie auszustoßen.
    Aber wider Erwarten wurde der Demonstrationszug nicht angehalten, um medizinische Hilfe an meiner Person zu leisten. Wie hypnotisiert latschten die Loide weiter und kümmerten sich nicht um meine Vorstellung.

  2. Andre Chilcott said, on 4. Februar 2010 at 21:18

    Denen reichten die roten Schnürsenkel an meinen, in London auf Klassenfahrt gekauften BW-Springerstiefeln aus, um mich als Opfer zu identifizieren.

    • Ramona said, on 4. Februar 2010 at 21:28

      Ich glaube das könnte auch heute ein Grund für einen halben Totschlag sein.

  3. Andre Chilcott said, on 4. Februar 2010 at 20:38

    Das fing in Ostdeutschland ’89 nach der Wende an. Als 13jähriger erlebte ich in Leipzig, wie Horden gleichaltriger Naziskins hinter mir her jagten, um ihren Frust an mir abzureagieren.


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