Wir sind das Internet

Wikileaks setzt Washington zu

Posted in International by Ramona on 7. April 2010

Wikileaks hat in seinem kurzen Leben wohl mehr Scoops produziert als die Washington Post in den vergangenen dreissig Jahren», lobte der National im November 2009. Assange und seine Leute haben geheime Protokolle aus Guantánamo veröffentlicht, persönliche E-mails von Sarah Palin, interne Dokumente der Bank Julius Bär oder Informationen über die Ausrüstung der amerikanischen Armee in Afghanistan und Irak.

Jetzt kündigt Wikileaks bereits den nächsten Sturm an: „Helft Wikileaks, Spendengelder für die Untersuchung eines Videos von einem Massaker in Afghanistan zu sammeln“, twittert die Seite in der Nacht auf heute Mittwochmorgen. Die Twitternachrichten von Wikileaks sind hier auf der rechten Seitenleiste zu sehen.

Wikileaks macht die amerikanische Regierung nervös. Bereits seit Monaten überwachen die Geheimdienste nach Aussagen von Wikileaks die Webseite. Den Beweis dafür liefert die Seite gleich selber: Mitte März publizierte sie einen vertraulichen Bericht der amerikanischen Armee, der zu einem resoluten Umgang mit Investigativ-Journalisten rät und Wikileaks spezifisch erwähnt. „Falls uns etwas zustösst, so wisst ihr, warum – es ist das Video, das am 5. April erscheinen wird. Und ihr wisst, wer verantwortlich ist.“ Die Regierung schweigt bislang zu den Vorwürfen von Wikileaks.

Wichtig für Wikileaks ist es aber ihre Quellen zu verschleiern, das gestaltet sich bei einem verschlüsselten Video als schwierig und und deshalb hatte man Hilfe gesucht: „Wir haben verschlüsselte Videos eines amerikanischen Angriffs auf Zivilisten“, hiess es auf Twitter. „Wir brauchen fantastische Computerarbeit.“ Es hat sich, offensichtlich, jemand gemeldet. Hoffentlich melden da sich nicht mal die falschen Helfer. Wikileaks arbeitet bei Bedarf auch mit traditionellen Medien zusammen: Um mehr über die Morde auf dem Bagdad-Video zu erfahren, hatte es gemeinsam mit einem isländischen TV-Sender Rechercheure in den Irak geschickt. Die Kosten dafür, so liess Wikileaks seine Leser und Spender wissen, hätten 50.000 Dollar betragen.

Advertisements
Tagged with:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: