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Befristete Arbeitsverträge: Brutale neue Arbeitswelt

Posted in Arbeitswelt, Deutschland by Ramona on 23. März 2010

Das Thema „Befristete Arbeitsverträge“ hat inzwischen den Weg in die Politik gefunden. Die FDP findet sie großartig und die Betroffenen meist nicht. Es gibt mit solchen Verträgen kaum noch eine vernünftige Lebensplanung. Junge Menschen überlegen sich zweimal ob sie sich unter diesen Bedingungen Kinder anschaffen sollen. Natürlich ist auch ein unbefristeter Arbeitsplatz nicht viel sicherer, aber wenn eine Schlecker-Verkäuferin nur noch einen Vertrag von einer Woche bekommt und am Ende der Woche bangen muss ob dieser verlängert wird, so ist das hochgradig unsicher. Zwar können befristete Arbeitsverträge nicht unbegrenzt verlängert werden und es sollte dann einen unbefristeten Arbeitsvertrag geben, aber das ist oftmals nur reine Theorie.

Man beschäftigt dann die Mitarbeiter bis zu 4 Monate nicht im Unternehmen und bietet ihnen später dann wieder einen befristeten Vertrag an. Eigentlich kann man auch wieder den „Tagelöhner“ einführen, mit täglicher Kündigung. Wer nun glaubt das trifft nur die Unterschicht, der irrt. Das trifft auch Akademiker oder den Mitarbeiter bei der Bundesanstalt für Arbeit:

Die Sozialpädagogin Heike Lubitsch (45, Name geändert) arbeitete von 2005 bis 2007 mehrfach als Arbeitsberaterin bei der Bundesagentur für Arbeit in Freiburg, wo sie Erwerbslose und Unternehmen betreute. Ihre Tätigkeit bei der öffentlichen Arbeitsvermittlung begann auf der Basis eines befristeten Vertrages mit der Laufzeit von einem Jahr. Im Anschluss erhielt Lubitsch einen weiteren Arbeitsvertrag mit derselben Laufzeit.
Dann war erst einmal Schluss. Das Teilzeitgesetz sieht Befristungen über zwei Jahre nur unter bestimmten Bedingungen vor. Lubitsch machte also eine Zwangspause – und erhielt nach vier Monaten abermals einen Kurzfrist-Vertrag bei der Bundesagentur. Dieser lief freilich nur noch acht Monate. Man stellte ihr die Verlängerung ins Jahr 2008 in Aussicht. „Kurz vor Weihnachten bekam ich aber einen Anruf“, berichtet Lubitsch, „man sagte mir, der Vertrag könne wegen Geldmangels nicht verlängert werden.“ Danach war sie selbst fünf Monate arbeitslos und fand schließlich eine neue Stelle bei einem privaten Qualifizierungsträger.
In der vergangenen Woche hat das Bundesarbeitsgericht die damalige Praxis der Bundesagentur, Arbeitsplätze teilweise bis zu drei Jahre zu befristen, als unrechtmäßig beurteilt. Wer damals einen solchen Vertrag hatte und klagte, kann nun auf Nachzahlung hoffen.

Mit Material von spiegel.de

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