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Deutschland: 72 Prozent für Arbeitspflicht bei Hartz IV

Posted in Arbeitswelt, Deutschland, Gesellschaft by Ramona on 17. März 2010

Knapp drei Viertel der Bundesbürger fänden es nach einer Umfrage gut, wenn es für Hartz-IV-Empfänger eine Pflicht zu gemeinnütziger Arbeit gäbe. Eine schöne Umfrage dessen Konsequenz niemand zu Ende gedacht hat. Wo sollen denn diese vielen Menschen beschäftigt werden? Lassen wir mal außer acht dass von den Arbeitslosen ziemlich viele 10-40 Jahre in eine Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben von der in guten Zeiten die Überschüsse in dem Bundeshaushalt wanderten, es schon längst ähnliches gibt. Jeder Hartz IV Empfänger muss eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, wo er sich verpflichtet eine Arbeit zu suchen. Meist muss er mindestens 10 Stellen im Monat nachweisen wo er sich beworben hat und das wird auch oft überprüft. Hat er gelogen, werden im 30% der Bezüge gestrichen.

In Berlin gibt es zwei Maßnahmen wo man gemeinnützig arbeiten kann. Heute hatte ich vorhin ein Gespräch mit einer Bücherei, welche 12 Hilfskräfte von der Arge haben möchte. Sie Zahlen 900 Euro brutto. Die Stelle ist zeitlich auf ein Jahr begrenzt. Dafür gibt es einen Zuschuss von der Arge und die schicke dort 50 Bewerber hin. Zuvor kam aber ein Anruf, dass die Bücherei nur 9 Leute einstellen darf auch wenn sie Bedarf für 12 Leute hat. Die Argen müssen sparen und 900 Mio. Euro wurden für dieses Jahr auf Eis gelegt. Tausende würden diese Stelle annehmen, wenn gleich viele dann auch noch zusätzlich Geld aus Hartz IV benötigen würden.

Bald es wieder wärmer und da beginnt wieder die Grünanlagen- und Friedhofspflege, dann kann man wieder Arbeitslose zu den Firmen schicken, die dann wieder einige ihrer festen Mitarbeiter entlassen können, die sich als Arbeitslose bei der nächsten Maßnahme bei ihrer alten Firma melden können. Ähnlich sieht es bei der Altenpflege aus. Leider sind schon fast alle Autobahnen gebaut worden.

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2 Antworten

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  1. fragmentjunkie said, on 17. März 2010 at 19:35

    Da leisten dann in bestimmten Städten ca. 10% der Bevölkerung einen gemeinnützigen Dienst. Einen Tag lang würde ich mir das gerne angucken.

  2. Mike said, on 17. März 2010 at 18:53

    Da spielt auch die Unzufriedenheit der eigenen Arbeitssituation eine Rolle. Gefährlich ist, dass solche Studien, praktisch null Fakten liefern aber dennoch einen relativ grossen Einfluss auf Meinungen haben können.

    Das klassische Bild der Vollbeschäftigung kann nicht mehr funktionieren. Mit dem Ablösen von Menschen innerhalb von Arbeitsabläufen und der gesparten Zeit, die sich dadurch ergibt, hat man genau die Menschliche Arbeitskraft überflüssig gemacht.


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