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Buhrufe und Ablehnung für Nazifilm „Jud Süss“

Posted in Deutschland, Gesellschaft, Kultur by Ramona on 18. Februar 2010

Ein Spielfilm mit Moritz Bleibtreu über das berüchtigte Nazi-Machwerk aus dem Jahr 1940, kam an der Berlinale zur Premiere und wurde ausgebuht.

Tja, da war wohl das falsche Publikum anwesend, man hätte doch einige von rechts-draußen einladen sollen. Erstmals zeigt ein Kinofilm, wie Veit Harlans übles Nazi-Streifen „Jud Süss“ aus dem Jahr 1940 entstand, wie viel Einfluss Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels nahm und wie tragisch das Schicksal des Süss-Darstellers Ferdinand Marian war. Die Mischung aus Melodram und leicht satirischen Elementen irritierte das Publikum in einer ersten Medienvorstellung allerdings stark, so dass es am Ende auch Buhrufe gab. Mit gemischten Gefühlen nahmen die Zuschauer auf, dass Moritz Bleibtreu in der Kolportage den Nazi-Verbrecher Goebbels eher als Clown denn als Massenmörder spielte.

Regisseur Roehler scheint den Faschismus zu mögen: Ja, ich will einen Gangsterfilm mit dem Titel „Der kleine Doktor – Der unaufhaltsame Aufstieg des Joseph Goebbels» machen“, kündigte er an.

Oskar Roehlers Werk macht einen Mittäter zum Opfer, schreibt der Tagesspiegel:

Tatsächlich hat Ferdinand Marian, was Roehler auslässt, nach „Jud Süß“ unter den Nazis noch ordentlich Karriere gemacht. Elf Filme drehte er bis 1945, bevor er 1946 bei einem Autounfall starb. Sein Entnazifizierungsverfahren war damals auf dem allerbesten Wege.

Bericht der RBB Abendschau.

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2 Antworten

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  1. getwitterwolke said, on 18. Februar 2010 at 17:42

    Es ist schon interessant, wie dieser Film zu stande kam, auch der Film an sich ist sehr interessant, jedoch wegen der Zeit eher langweilig und sehr proapagndös. Dennoch bleibe ich auf den Streifen um den Film gespannt. Die Rolle des Goebbels hingegen sollte man schon überzeugend spielen. Immerhin will man nicht wie in Jud Süß die Geschichte neu erfinden und alles lügen.
    Ich bin gespannt.

    • beamtenjaeger said, on 19. Februar 2010 at 16:32

      Ansehen werde ich mir ihn auch. Es ist nur kein Dokumentarfilm, sondern ein Spielfiilm mit einigen Merkwürdigkeiten, wo ein Mittäter zum Opfer gemacht wird.


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