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Zu lange auf Toilette? Lohnkürzung!

Posted in Arbeitswelt, Deutschland, Gesellschaft by Ramona on 23. Januar 2010

Ein Inhaber einer Anwaltskanzlei hatte festgestellt, dass einer seiner Anwälte vom 8. bis zum 26. Mai 2009 insgesamt 384 Minuten auf der Toilette verbracht hatte. Wie er das festgestellt hatte, ist nicht geklärt. Er rechnete daraufhin die Toilettenzeiten auf die Dauer des Arbeitsverhältnisses hoch und kam zu dem Ergebnis, dass sein Angestellter zusätzlich zu den üblichen Pausen- und Toilettenzeiten insgesamt 90 Stunden auf der Toilette verbracht hatte. Hierfür zog er ihm 682,40 Euro vom Nettogehalt ab.

Der Mann klagte dagegen und bekam vor dem Arbeitsgericht Köln (Aktenzeichen 6 Ca 3846/09) Recht.

Er habe im Mai unverschuldet so lange auf der Toilette gesessen, weil er an Verdauungsstörungen gelitten habe, argumentierte er. Das Gericht gab ihm Recht. „Gut, wenn einer nun die Hälfte der Arbeitszeit auf der Toilette verbringt, dann gibt es irgendwo eine Grenze“, erläuterte ein Gerichtssprecher. „Aber bei aktuellen Verdauungsproblemen kann man das nicht einfach so hochrechnen.“

Inzwischen ist der Mann aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden. Daran sieht man dass es den Arbeitgebern an Kreativität nicht mangelt wenn es darum geht ihre Angestellten zu überwachen um ihren eigenen Gewinn zu vermehren und das nicht nur bei gewerblichen Mitarbeitern. Das Betriebsverfassungsrecht, das Kündigungsrecht usw. können wir getrost in die gelbe Tonne werfen.

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