Wir sind das Internet

Die Hauptstadt ist wieder Provinz

Posted in Arbeitswelt, Deutschland, Ratatouille by Ramona on 6. Januar 2010

Nach drei Jahren Planung ist in Berlin das freie WLAN-Projekt scheinbar nun gestorben. Ursprünglich sollte es ein freies kostenloses WLAN für Bürger im Innenstadtbereich sein. Dann wollte man es der Privatwirtschaft überlassen. Allerdings fanden sich da keine Interessenten und das lag an dem Streit zwischen dem Ressort Stadtentwicklung und dem Ressort Wirtschaft. Stadtentwicklung fand die APs mit winziger Stummelantenne zu hässlich um dass man sie an Laternen anbringen könnte. Gegen die vielen Überwachungskameras gab es keinen Einwand. Nun will die CDU WLAN verwirklichen, aber nur wenn sie mit Mehrheit bei der nächsten Wahl gewählt wird.

Dabei könnte man es billiger haben, denn es gibt eine ziemlich große Freifunk- und Fon-Gemeinde. Wie wäre es denn wenn man die etwas unterstützen und rechtssicher machen würde? Die Antennen würden auch nicht stören, denn befinden sich in Häusern und auf Dächern. Wenig Probleme mit WLAN scheinen aber die Cafes, Büchereien und Sony zu haben, nur die Politik packt es nicht.

Den S-Bahn-Verkehr kann man nun das zweite Jahr in Berlin vergessen, denn weniger als die Hälfte der Wagen sind einsatzbereit, aber 2013 sollen sie wieder alle fahren, so hofft man. Deshalb will man wieder zwei Werkstätten öffnen, die man zur Kostenersparnis geschlossen hatte und die Mitarbeiter entlassen hatte. Von einer Entschädigung für die Fahrgäste wollen aber weder Senat noch die Deutsche Bahn etwas hören.

Und zum Jahresanfang hat man in Berlin auch gleich ein paar neue Verordnungen und Verbote. Auch Zwergpinscher von ein paar Zentimeter Länge müssen nun einen Maulkorb tragen, wenn ein öffentliches Verkehrsmittel nutzen. Und einen Chip müssen die Hundchen auch eingepflanzt haben. Und die Hundehalter müssen ein Haftpflichtversicherung über mindestens eine Million Euro pro Schadensfall haben. Und in einem Park dürfen gar keine Hunde mehr rein, weitere werden bestimmt folgen. Überwacht das alles vom Ordnungsamt und den Terroristen-Kameras.

Nach dem Karlsruher BGH Urteil zum Sonntagsshopping haben die Ordnungsämter gleich eine neue Einnahmequelle gefunden. Sie haben Bußgelder wegen der Beschäftigung von Mitarbeitern an einem Sonntag erhoben. Dabei geht es um Läden auf den Fernbahnhöfen, denn dort dürfen nur noch Läden offen haben die Reisebedarf verkaufen und nicht die Discounter, die bisher immer Sonntags offen hatten. Nur noch auf dem Flughafen Tegel darf man Sonntags alles verkaufen. Auf dem Hauptbahnhof sind nun 18 von 30 Läden zu, weitere werden folgen. Sonntags ist nun wieder die ganze Stadt geschlossen, wie der Handelsverband Berlin-Brandenburg erklärte.

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Eine Antwort

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  1. Ramona said, on 6. Januar 2010 at 18:55

    Das hätte ich ja fast vergessen. Seit 1.Januar sind Kinderwagen laut EU-Verordnung auf Rolltreppen streng verboten, was Mütter sehr begeistert.

    Was kommt als nächstes?

    Rolltreppen-Verbot für über 60 und unter 12 Jahre?

    Ich finde es toll, dass man so gut auf uns aufpasst und mit einem kleinen Bußgeld ein wenig unserem Gedächnis nachhilft.


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