Wir sind das Internet

Willkommen in der Überwachung

Posted in Gesellschaft, International, Kultur, Netzwelt by Ramona on 1. Januar 2010

In einer Fernsehdiskussion „Angekommen im Überwachungsstaat …“ von 2006 sagte ein Richter des Bundesverfassungsgericht Deutschland: „Wir können nichts gegen die Überwachung machen, denn die Bürger wollen sie […] 1983 als die Volkszählung stattfand, gab es massenhaft Proteste und viele hatten sich vor der Datenerhebung gedrückt, heute geben die Bürger ihre Daten freiwillig preis […] Dazu werden sie schon in den Schulen angehalten,,,“

Und die Sache wird perfektioniert. Mit der neuen Generation der RFID-Chips wird man genau sagen können wo sich wer wo gerade befindet. Das hat natürlich auch einen Vorteil, denn man kann damit ja auch seine Unschuld beweisen und da wir ja alle nichts zu verbergen haben wird das auch von der Masse akzeptiert. In den USA lassen sich Jugendliche RFID.Chips in den Oberarm spritzen, weil sie damit unproblematisch Zugang zu einem Club bekommen. Hier gibt die „Geiz-ist-geil“-Generation ihre Daten freiwillig preis weil man damit ein paar Cent sparen kann. Und natürlich bringt die Überwachung auch mehr (gefühlte) Sicherheit auf Kosten der Freiheit.

Wer nun  Zugriff auf die Daten hat und wozu die Daten genutzt werden, das sagt uns niemand. Das Bankgeheimnis wurde in Europa abgeschafft, wer alles Zugriff auf deine Bankdaten hat, weißt du nicht. In Deutschland gibt es jährlich Millionen Zugriffe auf Bankkonten vom Staat oder sonst wen. PKWs sollen nun auch mit einem Ortungssystem versehen werden, in einigen Ländern hat man schon damit begonnen. Natürlich, ein gestohlenes Auto findet man leicht wieder, aber auch ein Dieb weiß wenn du in deinem Auto bist, dann bist du nicht in deiner Wohnung.

Frau Merkel sagte auf einer Wahlveranstaltung in Berlin: „Die Überwachung ist nicht schlimm, in kurzer Zeit werden wir uns an die ganzen Kameras gewöhnt haben…“ Sie hat recht. Und damit sind wir bei den Strafen welche auf das bürgerliche Fehlverhalten folgen. Diese sind nämlich inzwischen mittelalterlich. Ob es nun Folter für nicht nur Terrorverdächtige ist oder der Pranger bei kleineren Vergehen. Hatte man sich noch über die mittelalterlichen Strafen im islamischen Recht aufgeregt, so werden sie hier in der westlichen Welt auch wieder zu einem akzeptablen Mittel. Das scheinbar harmloseste Mittel ist das an den virtuellen Pranger stellen wenn man  unter Alkoholeinfluss beim Autofahren erwischt wurde, aber noch nicht verurteilt wurde. Nun geht man in den USA dazu über die kleinen Vergehen auch real öffentlich an den Pranger zustellen. Da hatte eine 56-jährige Frau zusammen mit ihrer Tochter in einem WalMart zwei Gutscheine gefunden. Sie hatten mit den Kameras nicht gerechnet (weil man die nicht mehr wahrnimmt) und bekam prompt eine Anzeige wegen Diebstahl, denn die Gutscheine hatte ein 9-jähriges Kind verloren.. Man liess beiden nicht vorbestraften Frauen die Wahl: 6 Monate Gefängnis oder an den Pranger. Also immer schön alles liegen lassen, mag es noch so einen geringen Wert haben.

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Eine Antwort

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  1. fritzjunge said, on 14. Januar 2010 at 21:58

    In diesem Text stecken circa 59 verschiedene Wahrnehmungen von verschieden Tatsachen. Juristisch ist aus diesem Text soviel heraus zu deuten, damit könnte man Zeitungen füllen. Die Angst ist verständlich. Doch mit Panik geht es auch nicht. Ihr habt Euch erst durch Wohlstand und Konsum blind machen lassen, das habt Ihr nicht gemerkt? Wollt nur noch Euren Ego-Freiheits Trip. Rasstet durch Wohlstand aus wie unter Ext. !
    Hol dann mal alle die Irren nur auf ihre Freiheit und Konsum gedrillten brutalen Egoisten wieder zurück ins Leben. Das es Unschuldige trifft, ist deren Schuld, vor denen Andere Angst haben. Das Anglophile Recht ist nicht okay. Täter erzeugen die Angst. Hast Du einmal Notfallambulanzen erlebt, in denen zehnjährige unter Rausch starben. Freiheit für Alle, Dummheit für Jeden. Nicht der Einzelne zählt, WIR, und lasst uns Herdentrieb lernen. Auch mit Kamera. So schützen wir den Nächsten


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