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Das Chaos bei der Schweinegrippe-Impfung

Posted in Austria, Deutschland, Gesellschaft by Ramona on 13. November 2009

Viele möchten sich impfen lassen, möglicherweise weil sie die Horrormeldungen in den Medien lesen. So meldetet die US-Seuchenkontrollbehörde CDC am Donnerstag 3900 Tote seit April und davon sind 540 Kinder gestorben. Die CDC hat allerdings seit Donnerstag eine neue Zählmethode und die Todesfälle durch Sekundär-Infektionen nach Schweinegrippe-Erkrankungen mitgezählt und solche, bei denen eine Infizierung mit dem H1N1-Virus nicht eindeutig geklärt ist. Das macht man in Deutschland ähnlich, jeder Grippetote ist es H1N1-Opfer.

Aber wenn man sich impfen lassen möchte, so ist das nicht so einfach. Es wurden 50 Millionen Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix von den Bundesländern bestellt. Bis Ende Dezember sollen 20 Millionen Dosen verteilt sein und bis Ende April 2010 der Rest. Produziert wird der Impfstoff bei dem Pharmakonzern GlaxoSmithKline in Dresden. Dort müssen sich die Länder den Impfstoff abholen und in Zentrallager in ihrem Bundesland schaffen. Von dort aus wird er zu den Impfstellen verteilt. Im Bundesland Berlin ist das eine einzige Apotheke, die dann an zugelassene Arztpraxen den Impfstoff verteilt. Das funktioniert aber nicht so richtig, weil es zu wenige zugelassene Ärzte gibt welche impfen wollen oder dürfen und weil der Nachschub an Pandemrix nicht klappt. So musste ein Berliner Arzt im Ortsteil Tegel alle Impfungen absagen, weil er keinen Impfstoff bekam. Geimpft werden zur Zeit nur bestimmte Gruppen, wie Ärzte, Gesundheitspersonal. Feuerwehr, Polizei und andere Staatsbedienstete. Es gibt aber komischerweise auch Ausnahmen. So wurde die komplette Mannschaft von Hertha BSC geimpft. Ob das hilft?

Auch Großbetriebe lassen ihre Belegschaft auch impfen, außer GlaxoSmithKline. Dort sollen die Angestellten zu einem Arzt gehen, man will nicht in den Verdachts der bevorzugten Behandlung seiner Angestellten geraten. Woher Firmen wie ThyssenKrupp, BASF oder die Telekom den Impfstoff bekommen haben ist unklar. „Auf dem normalen Weg…“ erzählen sie, auf dem Weltmarkt ist auch kein Impfstoff mehr zu bekommen.

Ganz schlecht sieht es mit  Wirkstoffverstärker-freien Impfstoffe für Schwangere aus. So etwas bekommt nur die Regierung und die Bundeswehr. Gesundheitsminister Rösler hatte aber schon am Mittwoch 150000 Dosen für Schwangere bestellt, ausreichend für ca. 25% der Schwangeren.. Diese werden vielleicht bis Ende des Jahres eintreffen.

Einige sind in Panik geraten und wollen sich in Österreich impfen lassen. Selbst Anrufe auch Hamburg erreichen Ärzte und Kliniken in Tirol. Das österreichische Gesundheitsministerium hat dem „Impftourismus“ allerdings per Erlass enge Grenzen gesetzt. Nichtösterreicher werden nur geimpft, wenn sie einen Wohnsitz in Österreich haben oder dort arbeiten und somit in Österreich krankenversichert sind.

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