Wir sind das Internet

Die Textdiebe treiben ihr Unwesen

Posted in Deutschland, Gesellschaft, Kultur, Netzwelt by Ramona on 9. November 2009

Und deshalb wird Jagd auf Textdiebe gemacht die zum Beispiel ungefragt aus fremden Texten zitieren. Dabei ist es völlig unerheblich ob sie das aus kommerziellen Gründen machen oder ob sie nur auf einen Artikel hinweisen wollen der ihnen vielleicht sogar gefallen hat, was sie mit dem Zitat verdeutlichen wollten. Darf ich nun überhaupt noch aus aus meinem Gedächtnis heraus zitieren wenn was gelesen habe, was vielleicht auch andere Menschen interessieren könnte? Wahrscheinlich nicht, denn es gibt ja das geistige Eigentum. Wer bekommt eigentlich das geistige Eigentum nach dem Tode des Autors? Ach ja, der Rechteinhaber, wer immer das auch ist, der wird mich dann schon abmahnen lassen.

Zur Jagd verwendet man eine Software von einer Firma welche ein All-In-One Paket zum Aufspüren von Textdieben anbietet. Die kümmern um die Suche nach dem Diebesgut, um den Anwalt usw. Das kostet kein Geld für den Autor des Textes und bringt ihm im Erfolgsfall sogar noch ein nettes Sümmchen ein. Davon macht im Augenblick die Nachrichtenagentur AFP Gebrauch, die auch in Archiven suchen lässt, um diese kriminellen Textdiebe auch für frühere Vergehen zu bestrafen. Man wird garantiert fündig.

Manch einer wundert sich das er den gleichen Artikel Wort für Wort in verschiedenen Zeitungen oder auf deren Portalen findet. Das ist natürlich kein Textdiebstahl, denn die Verlage haben ein Abonnement mit einer Nachrichtenagentur und verwenden den Text von der Agentur ohne Bearbeitung für sich selbst, meist sogar mit einem Hinweis woher der Text stammt und meist im Internet ohne Link.Verweis. Dieses Geschäftsmodell wird bei der Netzzeitung.de ab 2010 das einzige sein was es dort noch gibt und man wird dort die Journalisten entlassen. Suchen Journalisten nicht selbst im Internet nach dem was sie für ihren Text verwerten können? Achten sie da immer das geistige Eigentum? Nutzen sie da nicht auch Wikipedia und beachten sie die Lizenz?

Und wenn man Abmahnung angeblich nicht versendet um sich nicht zu bereichern, warum nimmt man dann nicht das das Abmahnververfahren nach § 97a UrhG?

(2) Der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Inanspruchnahme anwaltlicher Dienstleistungen für die erstmalige Abmahnung beschränkt sich in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs auf 100 Euro.

Wer von einem nicht kommerziellen Blogger für ein Zitat aus seinem Text eine vierstellige Summe abmahnt handelt aus niederen Beweggründen.

Und wie das nun alles rechtlich aus? Das Thema Urheberrecht ist komplex und man sollte das Buch Urheberrechtsfibel – nicht nur für Piraten von Klaus Graf gelesen haben, wenn man bloggt. Das gibt es auch kostenlos als PDF.

 

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