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Deutschland: Leistungsschutzrecht für Verlage

Posted in Deutschland, Netzwelt by Ramona on 29. Oktober 2009

Die Stoßrichtung der Vereinbarung von CDU/CSU und FDP ist klar. Sie richtet sich gegen Blogs und Foren. Die Verlage haben es nicht geschafft ein Verkaufsmodell ihrer Produkte im Internet zu schaffen und wollen nun das Monopol auf News, Wissen und Bildung haben.

Die möglichen Ausformungen und die konkrete Stoßrichtung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger bleiben derzeit noch im Dunkeln. Mit einem „erweiterten Nutzungsrecht“ der Informationsverteiler solle offenbar ein „Schutz von Überschriften und Nachrichten“ eingeführt werden, vermutet der Dortmunder Medienrechtler Udo Branahl in einem Beitrag des Fachblatts „message“ über die nicht immer transparenten Lobby-Bemühungen der Branche. Er kann sich vorstellen, dass dazu die Anforderungen an die Erteilung eines Urheberrechtsschutzes gesenkt werden. Es käme auch eine weitere Absicherung von Informationen in Betracht: Wenn etwa eine Nachrichtenagentur eine Meldung als erste verbreite, dürfe kein anderer ihren Kerngehalt mehr nutzen, um eigene Texte damit zu verfassen. Dies wäre aber ein Bruch mit sämtlichen kontinentalen Freiheitstraditionen und würde Monopolstellungen im Geschäft mit Nachrichten schaffen.

Man darf also weder über die Überschrift noch über den Inhalt schreiben (vielleicht auch nicht sprechen)? Natürlich darf man das auch nicht zitieren, denn das wäre ja Piraterie. Soweit geht man nicht mal in der Wissenschaft. Dort darf man zitieren unter Angabe der Primärquelle. Was ja auch die Lizenz CC-by beinhaltet. Und wie sieht das denn beim TV aus? Das was man gerade gesehen hatte muss man schnell vergessen? Gut, das machen sowieso die meisten Zuschauer.

Vielen Dank, Schwarz-Gelb für solche Ideen. Das wird schöne Abmahnwellen geben, für einen Berufsstand ist gesorgt. Bekommen Qualtätsjournalisten auch was ab?

via Heise (THX)

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3 Antworten

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  1. Ramona said, on 30. Oktober 2009 at 10:44

    Ja, alles was ein Qualitätsjournalist schreibt ist unantastbar. Das hat schon 2000 Jahre bei der katholischen Kirche funktioniert, warum nicht im Internet?

    https://wirsinddasnetz.wordpress.com/2009/10/30/deutschland-journalistin-lasst-blog-wegen-zitate-abmahnen/

  2. […] Kommentare pampashase zu Deutschland: Leistungsschutzre…Ramona zu Russland: Schweinegrippeerkran…Ramona zu Russland: […]

  3. pampashase said, on 30. Oktober 2009 at 02:20

    „Wenn etwa eine Nachrichtenagentur eine Meldung als erste verbreite, dürfe kein anderer ihren Kerngehalt mehr nutzen“

    Was soll das denn, die schreiben doch nicht nur die Fakten, sondern färben durch anderen Text, die Info je nach Meinung ein…und das soll dann unantastbar sein?!


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