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Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern (Update)

Posted in Deutschland by Ramona on 23. Oktober 2009

HeilungSie Sendung lief zwar schon am 20.10.2009 auf der ARD, sie wird aber wiederholt.

Millionen Menschen leiden unter schweren Hauterkrankungen. Vielen könnte geholfen werden, wenn man sie mit einer neu erfundenen Spezial-Salbe behandeln würde. Das haben Wissenschaftler und Ärzte festgestellt. Doch die großen Pharmakonzerne weigern sich, die Erfindung auf den Markt zu bringen. Warum nur?
Zu wirkungsvoll und zu preiswert?
Die Salbe ist wohl “zu” gut: Weil das Mittel gleichermaßen wirkungsvoll wie preiswert ist, fürchtet die Pharmaindustrie offenbar die Konkurrenz zu den eigenen viel teureren Mitteln. Einige Konzerne wollen die Patentrechte des Medikaments sogar kaufen, um dessen Vermarktung komplett zu verhindern. Das “Aspirin für die Haut” soll auf keinen Fall in den Handel kommen.

Aus dem Kommentar des Autors nach der Sendung bei der ARD:

Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,

vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Dokumentation “Heilung unerwünscht”. Weil es so viele Zuschriften sind, die mich erreicht haben, versuche ich mit diesem Schreiben möglichst allen Interessierten gerecht zu werden.

Nach Ausstrahlung von “Heilung unerwünscht” ergibt sich folgende Situation: Der Eigentümer der Patentrechte versucht jetzt, mit Hilfe eines Geschäftspartners, den er bereits gefunden hat, die B12-Creme unter der Bezeichnung “Regividerm” in eigener Regie auf den Markt zu bringen. Wenn das gelingt – und die Aussichten sind durchaus positiv – wird sie demnächst, vermutlich noch in diesem Jahr, als Medizinprodukt in den Apotheken angeboten werden. Die Stückzahlen werden natürlich nicht so hoch sein, dass sie dem Bedürfnis nach einem solchen Medikament entsprechen werden. Aber ein Anfang wäre damit geschafft.

Es gibt im Übrigen auch einen Kontakt zwischen Erfinder und Patentbesitzer. Den Kontakt zu beiden können wir leider nicht vermitteln, werden aber alle Zuschriften weiterleiten.

Solange es “Regividerm” allerdings nicht zu kaufen gibt, sind die Patienten darauf angewiesen, dass ihr Arzt auf die sogenannte Apothekenlösung zurückgreift. Und das bedeutet, er lässt die Creme nach der Originalrezeptur in der Apotheke anrühren. Das ist möglich, weil das europäische Patentrecht ausdrücklich die Freiheit der ärztlichen Therapie garantiert.

Der Film “Heilung unerwünscht” wird am 30. November 2009 um 22.00 Uhr im WDR Fernsehen in der Reihe “die story” wiederholt. Falls Sie den Film im Ersten nicht oder nur in Teilen gesehen haben oder Interesse daran haben, ihn in einer anderen Fassung zu sehen: “Heilung unerwünscht” wird am Freitag, den 23. Oktober 2009 um 22 Uhr in einer 60minütigen Fassung auf dem Sender PHOENIX ausgestrahlt. In diesem Film werden noch weitere Details der B12-Geschichte erzählt.

Ansonsten empfehle ich Ihnen, im Internet unter dem Stichwort “Regividerm” die weitere Entwicklung der Creme zu beobachten.

Das Buch zur Sendung mit Rezept der Salbe erscheint Anfang November 2009 im DuMont Buchverlag

via ARD (THX)

Update: Die Rezeptur zur Salbenherstellung:

Regividerm wird Mitte November im Handel sein, habe ich heute im Radio gehört.
Hier ist schon mal die Rezeptur:
Herstellung einer Salbe:
350 ml Avocadoöl, 350 ml dest. Wasser, 70 ml D-Panthenol, 525 mg Cyanocobalamin,175 mg Hydroxycobalamin und 100 g Emulgator. zB. erhältlich unter den Handelsnamen Euxyl K, Lamecreme oder Emulsan, vermischt und anschließend auf 1000 ml aufgefüllt.

Update 2:

Die merkwürdige Geschichte der Wundersalbe schreibt Spiegel Online: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html

Alles doch nur eine Marketing-Trick?
„Das Timing ist in der Tat verblüffend: Der WDR-Beitrag wird am 19. Oktober gesendet, das darin gelobte Mittel kommt Mitte November auf den Markt. Zudem hat Martens ein Buch mit dem Titel „Heilung unerwünscht“ geschrieben, inklusive des Rezepts für die Salbe. Verkaufsstart: 11. November. Zwischenzeitlich lag das Buch auf Platz zwei der Verkaufsrangliste beim Internetbuchhändler Amazon.

Alles Zufall? Martens sagt: ja. Über den Zeitpunkt des Produktionsbeginns von Regividerm sei er nicht informiert gewesen. Und sein Film habe vor der Ausstrahlung wochenlang beim WDR gelegen. „Der Film war längst fertiggestellt und wartete auf einen Sendeplatz“, erklärte Martens gegenüber SPIEGEL ONLINE. WDR-Sprecherin Annette Metzinger antwortete auf Anfrage, in dem Film sei die Rede von Verhandlungen über Produktion und Vertrieb der Salbe gewesen. „Vom Abschluss dieser Bemühungen und den Produktionsbeginn hatte der Autor keine Kenntnis“, so Metzinger. Offen bleibt, warum die WDR-Redaktion vor der Ausstrahlung offenbar nicht geprüft hat, ob der Beitrag noch aktuell ist.“

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4 Antworten

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  1. Ramona said, on 24. Oktober 2009 at 12:15

    „Die merkwürdige Geschichte der Wundersalbe“ schreibt Spiegel Online: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html

    Alles doch nur eine Marketing-Trick?
    „Das Timing ist in der Tat verblüffend: Der WDR-Beitrag wird am 19. Oktober gesendet, das darin gelobte Mittel kommt Mitte November auf den Markt. Zudem hat Martens ein Buch mit dem Titel „Heilung unerwünscht“ geschrieben, inklusive des Rezepts für die Salbe. Verkaufsstart: 11. November. Zwischenzeitlich lag das Buch auf Platz zwei der Verkaufsrangliste beim Internetbuchhändler Amazon.

    Alles Zufall? Martens sagt: ja. Über den Zeitpunkt des Produktionsbeginns von Regividerm sei er nicht informiert gewesen. Und sein Film habe vor der Ausstrahlung wochenlang beim WDR gelegen. „Der Film war längst fertiggestellt und wartete auf einen Sendeplatz“, erklärte Martens gegenüber SPIEGEL ONLINE. WDR-Sprecherin Annette Metzinger antwortete auf Anfrage, in dem Film sei die Rede von Verhandlungen über Produktion und Vertrieb der Salbe gewesen. „Vom Abschluss dieser Bemühungen und den Produktionsbeginn hatte der Autor keine Kenntnis“, so Metzinger. Offen bleibt, warum die WDR-Redaktion vor der Ausstrahlung offenbar nicht geprüft hat, ob der Beitrag noch aktuell ist.“

  2. Marc said, on 23. Oktober 2009 at 18:51

    Es geht ja nicht darum, dass eine Saleb nicht verkauft werden sollte, sondern, dass ein WDR-Journalist sich hat einspannen lassen für eine PR-geschichte.

    Die beiden Hautkrankheiten Neurodermitis und Psoriasis üben einen enormen Leidensdruck aus, so dass man nach jedem Strohhalm greift. In der Sitution ein Medikament abzubieten und das auch noch so euphorisch von der scheinbar neutralen ARD beworben zu bekommen, das ist für einen Hersteller schon günstig – um das mal so zu sagen.

    Das es besser als anderes wirkt, ist mit den drei Studien, die es gibt, nicht bewiesen.
    http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/regividerm-die-studien-zur-wirksamkeit.php Richtige Studien für Medikamente dauern Jahre und haben am Ende tausende an Versuchspersonen. Hier waren es maximal 60.

    Wenn es einem hilft ist das natürlich sehr gut, nur gibt es vermutlich haufenweise solche Produkte, die bei dem einen wirken und beim anderen nicht. Und gerade die simple Behandlungsweise (eincremen) kann für manche schon eine enorme Erleichterung bringen – die dann aber auf einem Placebo-Effekt beruht.

  3. Ramona said, on 22. Oktober 2009 at 21:11

    Es gibt aber auch durchaus Kritiker dieser Salbe: http://www.principien.de/2009/10/21/die-supersalbe-regividerm/


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