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Muss es immer Windows sein?

Posted in Netzwelt by Ramona on 21. Oktober 2009

Manch einer kann es kaum noch erwarten. Am Freitag erscheint Microsofts lange erwartetes neues Windows 7. Wer da nicht mitmachen will, hat Alternativen – beispielsweise das leicht bedienbare Linux-Derivat Ubuntu. Es gab eine Zeit, da war Linux als für Laien unbenutzbar verschrien. Die übliche Litanei begann mit der Kritik An möglicherweise notwendigen ellenlangen Kommandozeilen-Tipporgien und endete noch lange nicht mit Problemen bei Treibern für so einfache Geräte wie handelsübliche Drucker oder Soundkarten, die immer irgendwie zu fehlen schienen. Wer das freie Betriebssystem verwendete, musste, so zumindest das sich jahrelang haltende Klischee, eben ein Freak sein.

Das ist schon viele Jahre nicht mehr der Fall. Linux läuft auf fast jeden Rechner von Anfang an. Und Ubuntu schickte sich von vorne herein an, das besser zu machen, was bei manchen anderen Linux-Derivaten fehlte: Einfache Bedienbarkeit der Oberfläche, leichte Installation und Konfiguration, alle wichtigen Treiber mit an Bord und die Möglichkeit, das System mit wenigen Klicks auf dem neuesten Stand zu halten und Programme, die fehlen, leicht nachinstallieren.

Insbesondere Nutzer von Windows XP müssen beim Umstieg auf Windows 7 nämlich mit viel Stress rechnen: So müssen sie alle Programme neu installieren, weil Microsoft keine gut funktionierende Update-Routine integriert hat. Und wenn man schon ganz neu anfängt, fragen die Ubuntu-Macher, warum dann nicht gleich mit Linux? Und so hofft man bei der gemeinnützigen Ubuntu Foundation, dass der ein oder andere Microsoft-Gefrustete in diesen Tagen zum Überläufer werden könnte. Passend dazu erscheint Ende Oktober die Final Version von Ubuntu 9.10 mit diversen neuen Funktionen wie dem schnellen Austausch von Dateien und der leichten Konfiguration einer Sicherheitsfirewall. Eine stabile Betaversion kann bereits ausprobiert werden.

Ein altes Argument gegen Linux war stets, dass dem Nutzer hier Programme fehlten. Tatsächlich trifft das für Durchschnittsanwender längst nicht mehr zu. Denn alle normalen Anwendungen gibt es ebenso wie das Betriebssystem für NULL Cent. Wer sich noch nicht traut, ganz mit seinem Rechner nach Ubuntu zu wechseln, kann zunächst so genannte Live-CDs ausprobieren. Das sind komplette Systeme, die man sich auf eine CD brennen oder auf einen USB-Stick aufspielen kann. Mit diesen lässt sich dann der Rechner mit Ubuntu starten und das System nach Herzenslust prüfen. Und wer auch in einem persistenten Livesystem seine Daten speichern möchte weil er eben Linux nicht installieren möchte, weil er hauptsächlich Spieler/Gamer ist, der sollte sich mal auf PendriveLinux umsehen. Dort findet man Tipps wie man Linux so nebenbei laufen lassen kann.

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7 Antworten

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  1. Sel said, on 29. Oktober 2009 at 12:47

    Ja, ich kenne mich leider in der Materie nicht gut genug aus, aber ein Problem stellt sicher Direct X dar, das ist ja von Microsoft und wanhrscheinlich eben nicht sehr offen ausgelegt :-/. Ich bleib trotzdem optimistisch, warten wir mal ab, was die Zukunft bringt ^^.

    • Ramona said, on 29. Oktober 2009 at 13:50

      Auch der Spielemarkt ist an Linux nicht völlig vorübergegangen. Manche Befürworter von Linux als Spieleplattform sind der Ansicht, klassische Spiele wie Quake III Arena oder Unreal Tournament wären nur der Beginn des Umdenkens der Spielehersteller. Spiele wie DOOM³, Wolfenstein: Enemy Territory und andere gibt es von Anfang an auch als Linux-Version, ebenso das Werbespiel America’s Army der US-Armee. Ankündigungen diverser Hersteller lassen auf viele weitere Portierungen hoffen. Einige Entwickler der Linux-Distribution Gentoo haben sich besonders auf den Spielesektor spezialisiert und ein Unternehmen gegründet, das die Portierung von PC-Spielen anbietet. OpenGL-basierende Spiele, wie z. B. Half-Life, sind mithilfe der Windows-Laufzeitumgebung WINE oft auch unter Linux lauffähig. Spiele, die auf den aktuellen DirectX-Versionen basieren, laufen häufig nicht, weil DirectX unter Linux nicht verfügbar ist. Das Unternehmen Transgaming hat sich des Problems angenommen und mit seinem WINE-fork Cedega (ehemals WineX), das Ziel gesetzt, weitestgehende Kompatibilität auch zu der jeweils neuesten DirectX-Version herzustellen, womit sich schon heute sehr viele neue Spiele unter Linux spielen lassen. Ein großer Nachteil ist, dass das Programm nicht vollständig Open Source ist, die CVS-Version ist immer deutlich älter als die Closed Source-Variante und enthält keine Unterstützung für den Kopierschutz der Spieleinstaller und nicht den Installationsmanager „Point2Play“.

      • Sel said, on 5. November 2009 at 13:11

        Heißt das, mit Cedega in der Open Source Variante lassen sich zumindestens ein paar Jährchen alte Games spielen und mit der Closed Source Variante sogar aktuelle? Langsam wird es interessant :-).

  2. Ramona said, on 27. Oktober 2009 at 14:28

    So ist das aber oft im Leben, man kann nicht immer alles zur gleichen Zeit haben 🙂

    Wenn die Hersteller von Games auch ihr Produkt für Linux entwickeln würden, dann wäre es sicher optimaler.

  3. Sel said, on 23. Oktober 2009 at 14:30

    Ich verwende Mozilla Firefox anstatt Internet Explorer, Tunderbird statt Outlook, Open Office statt dem Microsoft-Paket. Wenn es eine Linux-Distribution gäbe, auf der man alle PC Games spielen könnte, hätte ich schon gestern gewechselt ;-).

    • Ramona said, on 23. Oktober 2009 at 14:54

      Da bietet sich ja Dual-Boot an (Linux und Windows auf einem Rechner) oder ein Linux-Lifesystem, welches man von USB oder CD bootet, zusätzlich an 🙂

      • Sel said, on 27. Oktober 2009 at 14:12

        Ja, aber es ist halt nicht optimal, wenn ich zwei Betriebssysteme brauche, um alles machen zu können :-/.


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